Unterrichtsorganisation

Die Schuleingangsphase umfasst das erste und zweite Schuljahr.

In der Regenbogenschule findet der Unterricht in der Schuleingangsphase jahrgangsübergreifend (JÜ) statt.

Schüler und Schülerinnen des ersten und zweiten Schuljahres werden gemeinsam von zwei Lehrerinnen in den Kernfächern (Deutsch, Sachunterricht, Mathematik, Förderunterricht) unterrichtet. Durch die Doppelbesetzung ist die Möglichkeit der individuellen Förderung im Klassenverband gewährleistet.

Je nach individuellen Lernvoraussetzungen haben die Schüler und Schülerinnen bis zu drei Jahre Zeit, die Kompetenzerwartungen der Schuleingangsphase zu erwerben.

Sobald der sonderpädagogische Unterstützungsbedarf nicht mehr notwendig ist, wird die Rückschulung ins Regelschulsystem eingeleitet.

Schüler und Schülerinnen, die über die Schuleingangsphase hinaus sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf im Bereich Sprache haben, besuchen die Klasse Jü 8 (jahrgangsübergreifende Kl. 3-4), Klasse 3  und die Klasse 4 der Regenbogenschule.

In Klasse 3 ist, nach intensiver Beratung, die Rückschulung zur wohnortnahen Grundschule möglich. Zu Beginn der Klasse 4 werden die Eltern über die Möglichkeiten des Übergangs zu den weiterführenden Schulen informiert und beraten.

Schüler und Schülerinnen,  bei  denen der sonderpädagogische Förderbedarf am Ende der Klasse 4 aufgehoben wird, wechseln an die weiterführenden Schulen des Regelschulsystems.

Sofern der sonderpädagogische Förderbedarf bestehen bleibt, besuchen diese Schüler eine Schule des Gemeinsamen Lernens oder haben die Möglichkeit an die Förderschule Sprache im Sek. 1 Bereich in Bielefeld zu wechseln.

Warum arbeiten wir an der Regenbogenschule in jahrgangsübergreifenden Lerngruppen?

Die zunehmende Verschiedenheit der Schüler und Schülerinnen in den vergangenen Jahren, der Wegfall der Eingangsklasse seit dem Schuljahr 2014/2015 und die steigende Zahl der Seiteneinsteiger aus der Grundschule machten ein Umdenken in der Organisation des Unterrichts notwendig. 

Ziel ist es, eine größtmögliche Individualisierung durch eine verbesserte Differenzierung zu erreichen.

Eine Lernumgebung wird geschaffen, die kontinuierlich differenziertes und kooperatives Arbeiten ermöglicht und Lernangebote verbunden mit individuellen Sprachförderangeboten im Unterricht bietet. Die zeitnahe Rückschulung ins Regelschulsystem ist weiterhin unser vorrangiges Ziel.

Eine Möglichkeit, solch eine Lernumgebung mit veränderten Unterrichtsformen zu gestalten, bietet die Jahrgangsmischung während der Schuleingangsphase.

Ausgehend von der Zuordnung zu einer Jahrgangsstufe, dem individuellen Lernstand und dem Lerntempo erhält jedes Kind ein differenziertes Lernangebot.  Die Jahrgangsmischung macht es notwendig, weiterführende oder auch wiederholende Lernangebote und Materialien für einzelne Kinder zu jedem Zeitpunkt vorzuhalten.

Die jahrgangübergreifenden Lerngruppen werden von einem Klassenlehrerteam in den Kernfächern unterrichtet. Durch die Doppelbesetzung ist die Möglichkeit der individuellen Förderung im Klassenverband gewährleistet. 

  • Regeln, Rituale und Arbeitsformen werden von den Schulanfängern leichter und schneller übernommen.
  • Bei den Schulanfängern nimmt der Lerneifer, das Lerntempo und die Orientierung an den Lerninhalten der „älteren Schüler“ zu.
  • Schulanfänger haben die Möglichkeit, Inhalte der „älteren“ Schüler frühzeitig aufzunehmen.
  • Die Selbstständigkeit im Bereich der Methodenkompetenz wird frühzeitig gefordert und gefördert.
  • Bei den „älteren“ Schülern kann eine Zunahme des sprachlichen Selbstbewusstseins und der Sozialkompetenz beobachtet werden (Erfahrung der Selbstwirksamkeit).
    • Notwendige Wiederholungen in einzelnen Lernbereichen sind immer möglich, ohne dass sich die Schüler in einer besonderen Rolle fühlten.

Auch für leistungsstärkere  Schüler sind aufgrund der Jahrgangsmischung weiterführende Lernangebote mit Arbeitspartnern  vorhanden